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Wohlgeborner herr,
Dem selben sein meine ...2 willigste dienste bereit zu wor. Ich zueiffel nit ihre Excell. hat mein vorrigen schreiben empfangen darin ich eihre Excell. ettlich particoulariae geschriben hab wie die sachen stehen.3 Ich hab bis datto kein anwort von dem feltmarschal bekomen, aber stundlich erwartlich ein, welches ehr Excell. alsballd solt zu wissen gethan was ich fur hoffnung soll haben in dir sachen.4 Ich erwart eihr Excell. seine antwordt wegen Thonowerd mit grosse werlangen.5 Ich hoff es soll einen gutten effeckt nemen. Disse woch werdt mein kauffmann widrum kommen won dennen; ehr werd mich alle gewissait bringen, wie es sey dort beschaffen. Auff burger ihre information ist nit allezeit zubauen. Dorumb hab ich ein leittenant von heir weck geschickt mit etlich tunnen full butter vnd keas, welche sie zu Thonowerd sehr von nothen, hat auch alle gellegenheit von ihre magassein zu refferriren wen diesse geluklich soll werkauft werden. Ich will sie mehr dar von schicken. Ich werhoff es solt sie auff dir letzte ubell bekommen, jedoch darf ich nichts weiders tenteiren biss das ich eir Excell. sein befelleich wnd meinung solt wissen, den disse sachen kan nit effecktuirt werden oene gros vnkosten. Eihr Excell. wist woll was mittel ich in handen hab. Ich will es so wol imploiren alls moglich ist.
Bitte eihr Excell. ehr werde Hochowill6 nit vergessen; es ist fiell der an gelegen wan es in wnser handen wer. Wihr konten gantz Suabland, ein theil von Wirtemberg wnsicher machen, das dir fein nit fill solte der aus bekommen. Es sein heir etlich officeir, das solt sie geerhen der in brauchen lassen, wnder dir anderen ein obrist leittenant Miller,7 das alle gelegenheit woll weist; ehr hatt wor dissem zu Ulm komandeirt. Generall leittenant Hoffkirck8 ist auch allheir, seine bruder9 ist won dem keisser ihm geschickt ihm keisserlich dinst zu pressenteiren; vas der aus soll werden will ich eersten gelegenheit awissiren. Ich vermein, wen fried konte gemacht werden zuixen10 ihm vnd hertzoch Bernard,11 ehr solt sich gehern widrumb brauchen lassen wen ihr Excell. wermeint das Hoffkirck bey dem arme won nothen wer. Ich halt der fur ehr solt sein rumor veranderen vnd wer woll zu brauchen.
Zeittung haben wir heir disse woch wenige aus Theutchland. Es ist ein gutten zeichen das etwas sey wor gefallen das dir fein nit gefilt. Es ist aus alle ortten geschriben
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das Banneir12 sein seckours sey ankommen vnd das dir feind entwider weichen must oder slagen. Es ist wenich hoffnung das dir reckes tag werd angehen.13 Unser ambassador ist zu Wien geraist, alldort mit sehr gutte wortten gespeist.14 Sie lauwren bis das die kourfirstin in Bijrland soll in kindbed komen.15 Ven sie solt ein son haben, so werden sie die Pals vnd kour nit quitteiren. Inerhalb 3 wochen werd sie in kinbed komen.Wie es sey zu Swern zugan[g]en wird eihr Excell. mehr als genochsam bewust, wie fill cavalleren sein der vorgeblieben.16 Hebram sein tod ist mihr sehr leid.17 Ich furcht mich sie werden sein person sehr manquieren. Wen ihr Excell. konte mich sein regiment zu weg bringen, ehr soll mich hochlich verobligeren; ich verhoff der selben bey sey[ne] Maistet zu verdinen in kourtzer zeit. Ich zueiffel nit monsieur Denoyer18 kont viel der bey thuen, wen eihr Excell. solt ihm imployieren. Bey dem Franches ambassador19 bin ich niemal gewest vnd hab ihm nichts wissen lass[en] vas ich heir mach. Ich bin in gross suspission bey dem hiessigen leit. Ven sie solt ettwas ehrfaren, ich must von heir weck reissen; sie solt mich nit leiden.
Hie mit Gott befollen vnd verbleibe ich,
eihr Excell. obligirter diner vnd knecht,
Hugo Hamilton, m.p.
Dattum Zurick, den 20 Iulii 1636.