Wohl edler, gestrenger undt vester, innsonderss hochgeehrter Herr Ambassadeur,
Dass der thornische Landtage noch seinen Fortgang habe, ist E. Excell. vor 8 Tagen advertirt2; mann höret aber vonn selbigen noch zuer Zeit nichts sonderlichen, alss dass wegen der Session ezliche Tage tisputirt, doch endlichen ein Vergleich getroffen worden, auch durch der anwesenden königlichen Herrn Delegaten3 angewandten Fleiss dahinn gebracht, dass alle Craiss eine gewiese durchgehende Contribution, auch Scheffel- und Trancksteur zuer neuen Werbung einer gewiesen Anzahl Volcks und Besazung der Vestungen im Lande alss Puzke, Vladislauburg, Marienburg und Dirschau bewilligt. Mann sorget aber, ess werde der Statt Danzigk die alschon bisshero erlittene Wiederwertigkeit vermehren. Die Familia Dzialiniorum4 hat auch solcher Statt die Zulage inn ihrem Voto neben noch ezlich andern publice abgesprochen inn Praesenz der königlichen Gesandten und dieselbe Regi ac Reipublicae Polonicae addicirt, die Abgeordneten von Danzig aber darwieder starck protestirt und sich noch zuer Zeit uf sothane Vorschläge gar nicht einlassen wollen, sondern vielmehr resolvirt, bey ihren theur erworbenen Freyheiten Gut und Blut ufzusezen.
Die schwedischen Trouppen inn Silesien haben Striga und Jaur occupirt und haben sich aniezo mit Schweidniz engagirt. Der Graf vonn Manssfeldt5 hat seine Force zu Liegniz zusambgezogen; wass sein Intent, gibt die Zeit. So hat inngleichem Herr Axel Lillie6 Havelberg hinnweg; die darin gelegene brandenburgische Guarnison ist bey aingfallener Nachtzeit nach der Werberschanz durchgangen.
Herr General Baner7 befindet sich aniezo inn Saz, lesset allen Vorrat auss selbigen
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Craiss inn dass Magazin nacher Lütmariz abführen, und stehet die Armee Gottlob noch inn vorigem guten Zustand.Piccolomini8 ist nach Wien geraist; wann der wiederkommen, wie die Gefangene berichten, solle bey Pilsen general Rendevous gehalten, und darauf eine Haupt-impressa vorgenommen werden.
Obwohlen H. Königssmarckt9 seine Marche inn Francken gerichtet, hat er sich doch uf empfangene Ordre iehling inn Meissen gewandt, die umb Zeiz, Gerau und Leipzig herumb gelegene Regimenter vonn Chursächssischen ufzuschlagen undt dero Musterpläze zu verstören, massen er dann dass taubige10 Regiment sehr gezwackt und hesslichen gepuzt hat.
Der Collegialtag inn Nürnberg fängt sich an, massen der Herrn Churfürsten Gesanten11 darauf, ausser Mainz, so doch täglichen erwarttet werden, alle schon ankommen.
Gott gebe gute Consilia und Vorschläge zum Friden, undt empfehle darbey E. Excell. Gottess starcker Obhalt getreulichen
E. Exc. dienstbereitwilligster allezeit
J.A. Salvius mp.
Hamburg, 21. Ianuarii A.o 1640.
Pro residuo salarii E. Vestrae nuper diligentissime intercessi apud ill. regentes Sueciae12. Spero brevi remedium isti malo allatum iri. Nam scio praecipue regni cancellarium13 magnopere et amare et aestimare E. vestram. Quin et in posterum quoque commonefacere et urgere non desinam.
Optime valeat.
Caesareani offerunt Dn. Banerio tractatum pacis. Sed Suecia iussit eum omnia remittere Hamburgum. Non vult enim nisi universalem et cum Gallia coniunctum iuxta faedus Hamburgense14. Id sibi certo persuadere poterunt et amici et hostes.
Boven aan de brief schreef Grotius: Rec. 21 Febr.
Onder aan de brief staat: H. Grotio.